Sonntag, 9. September 2007
documenta 12
niemand, der vor mir dort war und von der documenta 12 berichtete, war insgesamt begeistert. bestenfalls gab es vereinzelte eindrücke, die faszinierten. so waren die erwartungen nicht groß, dennoch eine gewisse neugier vorhanden, das gefühl, sich eine eigene meinung bilden zu wollen.

kassel, der service, schlechte ausschilderung ... egal.
das museum fridericianum mit großem andrang, überrascht mit der spiegel installation von john mc cracken. enttäuschend hingegen eine der wenigen medieninstalltionen, ausgerechnet zu fußball, das rettet auch kein farocki oder kommentar von diederichsen.

erstes interesse wecken bei mir die fotos und texte von martha rosler: die menschen, die auf den fotos der bowery in den 70ern nicht zu sehen sind, kommen in den daneben arrangierten texten zu wort, die aus slangausdrücken zum betrunken sein bestehen.

im aue pavillon der enge und masse entflohen, entdecke ich monika baer - für mich neu und das spannendste, das auch durch die arbeiten in der neuen galerie nicht überboten wird. hier sind es die lovesongs, sisterhood is POW von mary kelly, die mich trotz klaustrophobischer enge und zu wenig sauerstoff verweilen lassen und von hu xiaoyuan, die installation the times, in der sie alltagsgegenstände von sich, ihrer mutter und großmutter, auf stoffbahnen ausgebreitet hat.

im bookshop gibt es remembering the body zum verramschpreis. es passt zum blick zurück, den die documenta als eindruck bei mir hinterlässt.